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Do, 08.05.2014 Lou Marin: Albert Camus - Libertaere Schriften

Albert Camus literarisches Werk ist weltberuehmt und zaehlt zur herausragenden Literatur des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist seine Beschaeftigung mit dem Anarchismus. Gerade aber die Auseinandersetzung mit dem libertaeren Denken war fuer Camus nach dem Zweiten Weltkrieg von grosser Bedeutung. Bereits 1940 lernte Camus Rirette Maitrejean, eine der bedeutendsten damaligen franzoesischen Anarchistinnen, kennen. Mit jungen libertaeren AktivistInnen diskutierte er 1948 ueber ein gemeinsames Verstaendnis der damaligen Welt. 1949 schrieb Camus dann seinen ersten Artikel in der anarchistischen Presse damit begann eine Zusammenarbeit, die bis zu seinem Tod fortdauerte. Sie war durch starke persoenliche Freundschaften besiegelt, die von gegenseitiger Wertschaetzung, Herzlichkeit und Verbundenheit ueber gemeinsame Kaempfe gekennzeichnet war. In dieser nun erstmalig in deutscher Uebersetzung vorliegenden Aufsatzsammlung zeigen sich die Entwicklungswege im Denken Camus zu Zeiten des Kalten Kriegs, seine Entschlossenheit, weder der einen noch der anderen Grossmacht nachzugeben. In jener Zeit war Camus der einzige franzoesische Intellektuelle, der sich bewusst auf ein drittes Lager stuetzte: das der Kriegsdienstverweigerer, der mundtot und vergessen gemachten Anti-Kolonialistinnen und der revolutionaeren Syndikalistinnen. Der vorliegende Band versammelt Schriften Camus wie auch Artikel anderer AutorInnen und ermoeglicht erstmalig einen vollstaendigen Ueberblick ueber das Denken und Wirken Camus und so ein umfassendes Verstaendnis dieses "Menschen in der Revolte".
Veranstaltung mit Lou Marin
Eintritt: 3 Euro
Albert Camus - Libertaere Schriften
Laika Verlag 2013, ISBN: 978-3-942281-56-0, 24,90 Euro
Pressestimmen:


Was? Camus war gar nicht jener nette antitotalitaere Junge, der den Weg fuer die Denker-Groessen vom Schlage BHL [Bernard Henri-Lvy], Glucksmann und Michel Onfray bahnte? Er war nicht Anhaenger dieser Halbheiten, die sich jeder : sogar noch Sarkozy : aufs Brot schmieren kann? Was, Camus verkehrte mit Anarchisten? Und hat sogar deren Denken eingesogen? Dieses libertaere Denken, von dem ich glaube, dass darauf die kuenftige Gesellschaft nicht wird verzichten koennen? (...)
Es ist ganz das Verdienst von Lou Marin, einem langjaehrigen Aktivisten der deutschsprachigen gewaltfrei-anarchistischen Stroemung Graswurzelrevolution, diese unbekannten Texte ausgegraben, gesammelt, geordnet und eingeleitet zu haben, sodass man mit gutem Vorwissen in die Debatten der Zeit eintauchen kann : von denen viele heute noch von brennender Aktualitaet sind und andere vergessen...
Jean-Luc Porquet, Le Canard enchane

Das besondere Interesse an diesen von Lou Marin zusammengetragenen und eingeleiteten Texten liegt vielleicht darin, dass jener libertaere Aspekt von Camus in dem Moment ans Tageslicht tritt, an dem die Staaten ueber Versuche reden, Traditionen, Methoden und eine Machtfuelle zu konservieren, die nicht mehr oder kaum mehr funktionieren.
Daniel Cohn-Bendit, Le Nouvel Observateur

Da dachte man schon, alles von Camus auswendig zu kennen und findet dann doch noch unentdeckte Bereiche in seinem Werk? [...] Niemals vor dieser Initiative sind diese fuer Zeitschriften wie Le Monde libertaire, La Rvolution proltarienne, Solidaridad Obrera oder Die freie Gesellschaft geschriebenen Texte in dieser thematischen Form versammelt worden. Sie werfen ein anderes Licht auf das Denken und das Werk des Philosophen.
Hubert Prolongeau, Marianne

Wie mutig Camus Denken in der Zeit des Kalten Krieges war, wie nah seine moralischen Ueberzeugungen an den anarchistischen Visionen einer gewaltfreien, sozialistischen Gesellschaft lagen, zeigt vielfaeltig der vom Journalisten und Politaktivisten Lou Marin herausgegebene Band Albert Camus - Libertaere Schriften.
Dokumentiert sind darin, erstmals ins Deutsche uebersetzt, Artikel und Briefe Camus, sowie publizistische Antworten und Diskussionsbeitraege namhafter Anarchisten. Man kann durch diese klug kommentierte Materialsammlung den Autor und Nobelpreistraeger Camus als streitbaren Moralisten neu kennenlernen - zum einen engagiert in den politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit. Und zum anderen als Impulsgeber eines Denkens, das auch heute Perspektiven auf ein menschliches Miteinander eroeffnen kann.
Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur

Um diesem Aspekt [der Bezug Camus\' zu den Anarchisten] hat sich seit Jahrzehnten und lange ohne viel Echo der in Marseille lebende, 1961 in Deutschland geborene Reinhard Treu verdient gemacht. Er publiziert unter dem Pseudonym Lou Marin. (...) er [stellte] die voellig vergessenen Artikel von Camus zusammen. (...) Daniel Cohn-Bendit empfahl im Nachrichtenmagazin Le Nouvel Observateur die Aufsaetze den europaeischen Politikern zur Lektuere. Gerade sind sie in deutscher Uebersetzung erschienen, herausgegeben, uebersetzt und kompetent kommentiert von Lou Marin. (...) Lou Marins Auseinandersetzung mit Michel Onfray ist die ergiebigste aktuelle Debatte um Camus.
Juerg Altwegg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Buch ist wie eine Offenbarung. Da fuehlt man sich einem politischen Schriftsteller, der vor ueber einem halben Jahrhundert starb, nah, so nah. Seine Buecher sind einst von Millionen Menschen in Europa und Nordafrika begierig gelesen worden, waren ihnen Lebensbegleiter. Und heute? Wer kennt noch Albert Camus? Den Libertaeren, den Sozialrebellen, der vor 100 Jahren, am 7. November 1913, in Algerien das Licht der Welt erblickte. Libertaere werden im franzoesischen Sprachgebrauch die Anarchisten genannt. Fuer deutsche Leser duerfte es das ertraeglichere Attribut sein als Anarchist oder Anarcho-Syndikalist. (....)

Die libertaeren Schriften von Camus regen dazu an, noch einmal seine Buecher zu lesen. In ihnen manifestierte sich sein Credo: Die Schriftsteller waren immer auf der Seite des Lebens : gegen den Tod. Wo waere die Wuerde dieses laecherlichen Berufs, wenn nicht in der unablaessigen Fuersprache fuer die Sache des Menschen und des Gluecks?
Rupert Neudeck, Neues Deutschland

Bands: Lou Marin
Location: Buchhandlung BiBaBuZe, Aachener Str. 1, 40223 Duesseldorf
Ort: Duesseldorf
Preis: 3 €
 
 
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